Medical Education Scientist-Programm

Programmübersicht & Auftaktveranstaltung

Programm-Übersicht

Ziel des Programms

Erleichterung des Übergangs von Lehrprojekten zu entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen im Bereich Medical Education.

(Vorher-)Evaluation

unter https://formr.uni-muenster.de/MESP2024

Hintergrund

Forderung des Wissenschaftsrats

  • „Ergänzend zum Clinician-Scientist-Programm sollte auch ein Medical Scientist-Programm und daneben ein Medical Data Scientist-Programm sowie Medical Education Scientist-Programm entwickelt und implementiert werden.“1

  • “[…] höhere fakultätsinterne Sichtbarkeit für Medical Education Scientists […]”

Grundsätzliches I

Machbarkeit: „schneller Fortschritt bei hinreichend guten Ergebnissen“

  • Schritt-für-Schritt-Trainings zu den typischen Absätzen einer Medical-Education-Publikation

Grundsätzliches II

  • im Sinne eines „akademischen Labors“ 1

By Unknown author - http://www.departments.bucknell.edu/History/Carnegie/plato/academy.html, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5030083

Grundsätzliches III

  • Open Science mit entsprechenden Tools

Organisatorisches

  • MQI-Zertifikat, z.B. Zertifikat Medizindidaktik NRW; alternativ begonnenes MQI-Programm mit zwei absolvierten MQI-Didaktik-Workshops, einer davon mit Fokus auf Wissenschaft/Forschung
  • Lehrforschungsprojekt

14-tägiges Meeting zu Wissenschaftsthemen in 4 Kategorien:

  • “Search & Discover”,
  • “Design Your Study”,
  • “Collect & Analyze Data” &
  • “Publish Your Reports”

plus Oberthema: generelle Ziele und Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit

  • Methodenmix: Impulsvortrag, praktische Übungen und kollegiale Fallbesprechungen
  • Zeitfenster: Auftaktveranstaltung und dann jeweils Donnerstag, 11-14 Uhr
  • Zeitrahmen: insgesamt 1 Jahr
  • Veranstaltungsform: hybride Veranstaltung mit begleitender Webseite

für das MQII-Zertifikat:

  • 40 Unterrichtseinheiten (UE) synchron
  • 40 UE asynchron
  • Aufgabe wird immer am Kurstermin bekanntgegeben
  • besteht aus der (Vor- und) Nachbereitung des jeweils behandelten Publikations-Absatzes
  • Nachbereitung muss spätestens 14 Tage nach dem Kurstermin bei der Kursleitung eingereicht werden (bei asynchroner Teilnahme)

Für das MQII-Zertifikat müssen zwei dokumentierte Transferleistungen abgegeben werden:

  • zur Programmhälfte: kollegiales Coaching — Antrag an die Ethikkommission zum Lehrforschungsprojekt;
  • zum Programmende: Beleg für die Selbstreflexion — Erstellung eines Cover Letters

Auftaktveranstaltung

Auftaktveranstaltung am 14.11.2024 mit folgenden Themen:

  • Vorstellung(en) Part I: Personen
  • Open Science: Grundsätze & Ziele
  • Vorstellung(en) Part II: Lehrforschungsprojekte
  • Autorenschaft: ORCID iD, CRediT, Bedeutung für die eigene Karriere
  • The Publication Game: Journals und ihr Impact Faktor

Vorstellung(en) Part I

Vorstellung(en) im MESP

Vorstellung(en) im MESP

Open Science

Open Science

  • WIKIPEDIA: „Generally available scientific research“
  • UNESCO: „[…] eine Reihe von Grundsätzen und Praktiken, die darauf abzielen, wissenschaftliche Forschung aus allen Bereichen zum Nutzen von Wissenschaftlern und der Gesellschaft insgesamt für jedermann zugänglich zu machen.[1]
  • Das Weiße Haus unter Joe Biden gab 2022 bekannt, dass ab 2025 alle anteilig finanzierte oder vollständig öffentlich geförderte Forschung unverzüglich veröffentlicht werden müsse.[2]
  • ABER: Bei Open Science geht es nicht nur darum, sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zugänglich sind, sondern auch darum, dass die Produktion dieser Erkenntnisse selbst integrativ, gerecht und nachhaltig ist.“[wieder die UNESCO, 1]
  • Münster Center for Open Science (MüCOS)
  • Open Science Network - Universität Bielefeld
  • open = transparent, (technologie-)offen, zugänglich
  • science = guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet

By UNESCO.org - Understanding open science (p:6) following UNESCO Recommendation on Open Science.Documents available in:Understanding open science : English, Français,UNESCO Recommendation on Open Science: English, Français, Español, Português, العربية, 汉语, Русский язык, монгол хэл ., CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130456946

By UNESCO.org - Understanding open science (p:6) following UNESCO Recommendation on Open Science.Documents available in:Understanding open science : English, Français,UNESCO Recommendation on Open Science: English, Français, Español, Português, العربية, 汉语, Русский язык, монгол хэл ., CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130456946
  • wissenschaftliche Tätigkeit: „alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist“ BVerfG (Hochschulurteil 1973) [siehe Beispiel zur Diskussion]
  • Forschung: „geistige Tätigkeit mit dem Ziele, in methodischer, systematischer und nachprüfbarer Weise neue Erkenntnisse zu gewinnen“ BVerfG (Hochschulurteil 1973)
  • Verfügbarkeit:
    • Publikationen (Open Access),
    • Daten (Open Data),
    • Software (Open Source),
    • Lehrmaterialien (Open Educational Resources)
  • Transparenz: z. B. OSF
  • Reproduzierbarkeit: für andere und „mein zukünftiges Ich“
  • Zugänglichkeit: „gemeinsam miteinander [Lehre und] Forschung verwirklichen“ (M. Spitzer)
  • Ethikantrag
  • Abstract
  • Datenverarbeitung (FAIR-Prinzipien)
  • Manuskript
  • sog. Cover Letter

Vollständige Publikation mit

Vorstellung(en) Part II

Lehrforschungsprojekte

Vorstellung(en) im MESP

Vorstellung(en) im MESP

Autorenschaft I

  • typische Promotionsvorhaben umfassen drei Publikationen in – für das Fach – anerkannten Fachzeitschriften (mit strukturierten Peer-Review-Prozess), davon mindesten 1 in Erstautorenschaft
  • typische Habilitationsvorhaben umfassen ca. 12 Publikationen, davon die Hälfte in Erstautorenschaft

-> Soll man mit anderen Autoren zusammenarbeiten?

  • Vorteile: Feedback
  • Nachteile: Kooperation nötig

CRediT

Die CRediT-Autorenrollen
Stand 2024
Rolle Definition
Konzeptualisierung Ideen; Formulierung oder Entwicklung übergeordneter Forschungsziele und -ziele.
Datenaufbereitung Verwaltungsaktivitäten zur Annotation (Erstellung von Metadaten), Bereinigung und Pflege von Forschungsdaten (einschließlich Softwarecode, falls erforderlich für die Dateninterpretation) für die erste Nutzung und spätere Wiederverwendung.
Formale Analyse Anwendung statistischer, mathematischer, rechnergestützter oder anderer formaler Techniken zur Analyse oder Synthese von Studiendaten.
Finanzierung Beschaffung der finanziellen Unterstützung für das Projekt, das zu dieser Veröffentlichung geführt hat.
Untersuchung Durchführung eines Forschungs- und Untersuchungsprozesses, insbesondere Durchführung von Experimenten oder Sammlung von Daten/Beweisen.
Methodik Entwicklung oder Design der Methodik; Erstellung von Modellen.
Projektadministration Verantwortung für das Management und die Koordination der Planung und Durchführung der Forschungsaktivitäten.
Ressourcen Bereitstellung von Studienmaterialien, Reagenzien, Materialien, Patienten, Laborproben, Tieren, Instrumenten, Rechenressourcen oder anderen Analysetools.
Software Programmierung, Softwareentwicklung; Entwurf von Computerprogrammen; Implementierung des Computer-Codes und unterstützender Algorithmen; Test bestehender Code-Komponenten.
Aufsicht Überwachung und Führungsverantwortung für die Planung und Durchführung der Forschungsaktivitäten, einschließlich Mentoring außerhalb des Kernteams.
Validierung Überprüfung, ob als Teil der Aktivität oder separat, der allgemeinen Replikation/Reproduzierbarkeit von Ergebnissen/Experimenten und anderen Forschungsergebnissen.
Visualisierung Vorbereitung, Erstellung und/oder Präsentation der veröffentlichten Arbeit, insbesondere Visualisierung/Datenpräsentation.
Schreiben – Erster Entwurf Vorbereitung, Erstellung und/oder Präsentation der veröffentlichten Arbeit, insbesondere Verfassen des ersten Entwurfs (einschließlich umfangreicher Übersetzungen).
Schreiben – Überprüfung & Bearbeitung Vorbereitung, Erstellung und/oder Präsentation der veröffentlichten Arbeit durch die ursprüngliche Forschungsgruppe, insbesondere kritische Überprüfung, Kommentierung oder Überarbeitung – einschließlich der Vor- oder Nachveröffentlichungsstufen.
eigene Übersetzung, HF

Autorenschaft II

(z. B. Gute Publikationspraxis – Richtlinien der Medizinischen Fakultät Münster zur Autorenschaft)

Eine Autorenschaft ist nur begründet bei:

  1. einem substantiellen Beitrag zu Konzeption und Planung, sowie Erhebung, Analyse und Interpretation von Daten,
  2. Entwurf oder kritische Überarbeitung der Publikation in einem nicht nur unerheblichen Umfang.

und

  1. abschließender Genehmigung der Publikation in der Version, die zur Veröffentlichung eingereicht werden soll.

Eine berechtigte Autorenschaft liegt vor, wenn alle drei genannten Punkte erfüllt sind.

Ehren- und Gastautorenschaften sind nicht erlaubt.

Folgende, z.T. auch wesentliche Beiträge, wie …

  • Beitrag wichtiger Untersuchungsmaterialien
  • Unterweisung von Mitautoren in Untersuchungsmethoden
  • Beteiligung an der Datensammlung und –zusammenstellung
  • Leitung einer Institution oder Organisationseinheit, in der die Publikation entstanden ist
  • Verantwortung für die Einwerbung der Fördermittel

… berechtigen ohne weitergehenden intellektuellen Beitrag für sich allein nicht die Autorenschaft.

Alle Personen, welche zur Publikation einen Beitrag geleistet haben und die Kriterien der Autorenschaft nicht erfüllen, sollten in den Acknowledgements genannt werden.

The Publication Game

„[…] get it out the door“ – (Cook DA [3])

Beispiel Springer Nature [aus 4]

  • täglich werden ca. 5.000 Manuskripte eingereicht
  • < 25 % werden akzeptiert
  • bei Nature nur 8 %
  • 1,2 Millionen Reviewer
  • Screening von KI-generierten und plagiierten Texten und Bildmanipulationen mit KI
  • „Turnaround Time“ (Einreichung bis Veröffentlichung des Beitrags) im Durchschnitt 130 Tage (30-180 Tage)

Im Publikationsprozess eines wissenschaftlichen Manuskripts durchläuft ein Beitrag typischerweise die folgenden Stadien: 1.Drafting: Der Autor oder die Autorengruppe erstellt den ersten Entwurf des Manuskripts. 2.Submitted: Das Manuskript wird bei einem Journal eingereicht. Das Einreichungssystem bestätigt meist den Empfang (z. B. durch einen Status “Manuscript submitted”). 3.Editor Screening: Der Editor prüft das Manuskript auf grundlegende Anforderungen wie Format, thematische Passung zum Journal und wissenschaftliche Relevanz. Status: Under Editorial Consideration oder With Editor. 4.Under Review: Wenn das Manuskript den Editor überzeugt, wird es an externe Gutachter geschickt. Dies ist der Beginn des Peer-Review-Prozesses, der einige Wochen bis Monate dauern kann. Status: Under Review. 5.Revisions Required: Nach Abschluss der Begutachtung erhält der Autor ein Feedback. Die Gutachter können eine von mehreren Entscheidungen treffen:

  • Minor Revisions (kleinere Überarbeitungen erforderlich)
  • Major Revisions (umfangreiche Änderungen erforderlich)
  • Reject (Ablehnung, oft mit der Option zur Neueinreichung)

Status: Revisions Required. 6.Resubmitted: Das überarbeitete Manuskript wird erneut eingereicht, oft mit einer Antwort auf die Kommentare der Gutachter. Status: Resubmitted. 7.Accepted: Wenn die Gutachter und der Editor zufrieden sind, wird das Manuskript akzeptiert. Status: Accepted. 8.In Production: Das Manuskript durchläuft nun den Produktionsprozess, der die folgenden Schritte umfasst:

  • Sprachliche und technische Bearbeitung (Copyediting)
  • Layout und Formatierung
  • Freigabe durch die Autoren (Proofreading).

Status: In Production oder In Press. 9.Published Online: Das Manuskript wird online veröffentlicht, oft mit einem DOI (Digital Object Identifier). Bei einigen Zeitschriften erfolgt dies als “Early View” oder “Online First” vor der finalen Printausgabe. Status: Published Online. 10.Published in Print: Das Manuskript erscheint in einer Ausgabe des Journals, entweder in gedruckter oder digitaler Form. Status: Published (final).

Parallel dazu gibt es in Open-Access-Journalen häufig die Möglichkeit einer Preprint-Veröffentlichung, bei der ein Manuskript vor oder während des Peer-Review-Prozesses öffentlich zugänglich gemacht wird.

Nebenbei: Fristen sind unbedingt einzuhalten [10.1016/j.obhdp.2024.104365?] !!!

Pyramide Journals Journals PubMed-gelistete Journals PubMed-gelistete Journals Journals->PubMed-gelistete Journals Journals mit IF Web-of-Science gelistete Journals (mit IF) PubMed-gelistete Journals->Journals mit IF

genauer: Journal Impact Factor (JIF)

  • Zitationshäufigkeit einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift
  • Berechnung für eine Zweijahresspanne nach folgender Formel: \[ \frac{\text{Anzahl der Zitate im Bezugsjahr auf alle Publikationen der vorangehenden zwei Jahre}}{\text{Anzahl der Artikel in den vorangehenden zwei Jahren}} \]
  • normalerweise wird an Universitäten nur der IF von Web of Science (WoS) akzeptiert

alternativ CiteScore

  • Konkurrenzprodukt von Scopus/Elsevier
  • Die Evaluationsperiode beträgt 3 statt 2 Jahre
  • Die Kennzahlen sind ohne Subskription verfügbar
  • Nur zitierbare Beiträge statt aller Artikel werden gewertet

-> Lohnt es sich, Open Access zu publizieren?

  • Vorteile: Verfügbarkeit, Sichtbarkeit
  • Nachteile: Kosten

Arbeitsauftrag

Bitte schreibe nach der Präsentation Deines Lehrforschungsprojekts einen entsprechenden Abstract. Auch dieser gliedert sich in

  • Hintergrund,
  • Methoden,
  • Ergebnisse
  • Diskussion.

Lasse dabei die für Dich passenden Rückmeldungen einfließen.

Formal sind Abstracts typischerweise auf 200-350 Wörter beschränkt. Dies entspricht meist einer Seite in DIN A4.

Medical Education Scientist-Programm

Referenzen

1. UNESCO. UNESCO Recommendation on Open Science. UNESCO; 2021.
2. White House requires immediate public access to all U.S.-funded research papers by 2025. 2022.
3. Cook DA. Twelve tips for getting your manuscript published. Medical Teacher. 2016;38:41–50.
4. Neuscheler T(tine). "Da arbeitet teilweise KI gegen KI". Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19112024. 2024;20.